1. Aufgabenstellung
Eine namhafte deutsche Private Krankenversicherung hat die Digitalisierung der Leistungsabrechnung bei einem Dienstleister in Auftrag gegeben. Die Sendungen werden bereits bei der Versicherung geöffnet und mit einem Vorlaufblatt versehen, das das Eingangsdatum und die Versichertennummer enthält. Anschließend werden die Dokumente dem Dienstleister am nächsten Tag per Kurier zugestellt. Dort werden:
- Die Blätter digitalisiert. Es werden sowohl Schwarzweiß- wie auch Farbbilder erzeugt.
- Die einzelnen Blätter eines mehrseitigen Dokumentes zusammengefasst.
- Jedem Dokument wird eine von ca. 100 Dokumentenklassen zugewiesen.
- Die Dokumente einer Sendung werden zusammengefasst und mit dem Eingangsdatum und der Vertragsnummer indiziert.
- Ein Exportdatensatz wird erzeugt und elektronisch, bis spätestens 9:00 Uhr am Tag nach der Anlieferung, übertragen.
Das tägliche Belegaufkommen beträgt ungefähr 20.000 Blatt Papier.
2. Die Lösung
Die Erkennungslösung integriert sich nahtlos in den bestehenden Arbeitsablauf. Im Einzelnen ergeben sich folgende Verarbeitungsschritte:
- Ein Steuerrechner sucht periodisch nach neu gescannten Stapeln und verteilt diese an 4 Erkennungsrechner.
- Unsichere oder falsche Erkennungsergebnisse werden korrigiert.
- Es wird ein Exportdatensatz erzeugt, der einerseits die einzelnen Dokumente als Schwarzweises Multipage-Tiff und anderseits für jede Sendung ein farbiges pdf-Dokument enthält. Das pdf-Dokument ist mit einem Inhaltsverzeichnis versehen, das die darin enthalten Dokumenttypen auffährt und es ist recherchierbar, da das Volltextleseergebnis unsichtbar hinter den Bildern hinterlegt ist.
- Ein Exportserver überträgt korrigierte Stapel automatisch.
3. Das Ergebnis
Die zu verarbeitenden Abrechnungsbelege umfassen Anträge, Bescheinigungen, Verordnungen und Rezepte sowie Krankenhaus- und Berhördenkorrespondenz bis zu Arzt-, Heilmittel, Transportkosten- und Pflegekostenberechnungen. Darüber hinaus tritt all dies in den unterschiedlichsten Formaten und Ausprägungen auf. Dies macht den Einsatz von 3 verschiednenen Klassifikationsverfahren notwendig: statistische, geometrische und regelbasierte Methoden werden eingesetzt. Insgesamt erzielen wir:
- 25% der Dokumente werde automatisch bestimmt. Es besteht kein Erfassungsaufwand.
- Bei 75% der Dokumenttypen ist eine visuelle Prüfung erforderlich. Bei 20% dieser Dokumente ist eine Korrektur erforderlich.
- Die Fehlerrate liegt deutlich unter 1%.
Die Anwendung unterliegt einer ständigen Qualitätskontrolle. Alle Korrekturen werden protokolliert und die Erkennungsverfahren werden laufend optimiert.